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powerd by Palmengarten Leipzig

Troendle 2006Viva la SACHSENdiva
das Comeback - Programm

Lust
das Solo mitten durchs Lustzentrum

Zehn Frauen möcht´ ich sein
der Klassiker

So ein Mann aus Schokolade
(Die Sachsendiva packt aus
)
Weihnachtsprogramm

Heute Abend: LOLA BLAU
Musik und Texte von Georg Kreisler

 

Alte Programme:

FreiKörperKultur
die Sommershow

Tabuzonen
die Eröffnungsrevue vom Palmengarten

Scheidungsrevue
nicht ohne meinen Partner

Verkäuferinnen
zusammen mit Carolin Fischer & Susanne Grütz

Femme Totale
zusammen mit Carolin Fischer & Susanne Grütz

...das kommt nicht wieder!
20er Jahre Revue mit Bert Callenbach

Nicht ohne meinen Partner
Chansontheater mit Bert Callenbach

Sündenfälle
Varietéprogramm mit Conférencen und Gesang

Herzattacke
Varietéprogramm mit Conférencen und Gesang

Die 20er Jahre
Alte Programme von Troendle / Callenbach

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Nitzschke & Troendle

© Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 1. Dezember 2005

Mit Kultur gegen die EU-Krise

Europa ist krank. Und die abstrakt-politische Diagnose lautet: Akute Verfassungs- und Finanzkrise. Doch daneben gibt es noch ein psychologisches Urteil. Es geht tiefer und bedingt die politische Dimension: Die Staatengemeinschaft befindet sich seit Jahren in einer schweren Identitätskrise. Sie weiß nicht, wer sie ist. Und solange das so ist, überwindet sie auch ihre politischen Probleme nicht.

Europa muss deshalb die Menschen für sich gewinnen, indem es ihnen seine Vielfalt zeigt. Dazu gehört die europäische Kultur. "Sie ist in jedem Fall ein gutes Verbindungsmittel", sagt Ulrich Beyer, Leiter des Sachsen-Verbindungsbüros in Brüssel. Im Auftrag der Staatskanzlei bringt Beyer mit seinem 15-köpfigen Team den Freistaat in die europäische Hauptstadt.

Zusammen mit der Leipziger Europa-Abgeordneten Gisela Kallenbach (Bündnis 90/Grünen), dem Brüsseler Büro der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) sowie den Sponsoren BMW und Verbundnetz Gas AG holte er jüngst die Chansonette und Kabarettistin Katrin Troendle von der Messestadt in die europäische Metropole.

Troendle gastierte an zwei Abenden im Brüsseler Goethe-Institut mit ihrem Varieté-Programm "Zehn Frauen möcht' ich sein" und dem Kreisler-Musical "Heute Abend: Lola Blau". Und die stimmgewaltige "Sachsendiva" sowie ihr kongenialer Partner am Klavier, Helge Nitschke, demonstrierten ihrem internationalen Publikum, dass Europas Vielfalt - vorgeführt am Beispiel Sachsen - enorm viel Spaß machen kann.

Singend und plaudernd nahm Troendle in "Zehn Frauen" die Zuschauer im Goethe-Institut mit auf einen Streifzug durch die Frauenwelt - mal als verruchter Vamp im "Liebesfieboa", als ordinäres Pretty-in-Pink, oder als verhuschte Hausfrau, die von der großen weiten Welt träumt. Troendle überzeugte in jeder Frauenrolle. Und nicht nur das: Der Abend verfolgte noch ein weitergehendes Ziel. "Vielleicht fühlt sich jetzt der eine oder andere animiert, nach Sachsen zu reisen", sagte die Europa-Abgeordnete Kallenbach. Nur ein solches Denken in Regionen werde Europa voranbringen.

Und nur so hat der Kontinent wohl eine Chance, seine Identitätskrise zu überwinden. Auch die Verantwortliche für Kulturarbeit im Brüsseler Goethe-Institut, Dieta Sixt, zeigte sich von der sächsischen Initiative beeindruckt: "Die Regionen exportieren ihre Schätze, präsentieren sich über die Künste, um bekannter zu werden - wunderbar."

Troendles zweites Gastspiel am Abend darauf verdeutlichte noch etwas anderes: Auch Europas Vergangenheit spielt bei der Identitätsfindung eine zentrale Rolle. Das Chanson-Musical "Heute Abend: Lola Blau" von Georg Kreisler erzählt die Geschichte einer jungen jüdischen Schauspielerin, die 1938 aus Österreich vertrieben wird, sich zunächst in Schweizer Nachtlokalen über Wasser hält, dann in Hollywood Erfolge feiert und 1950 ernüchtert ins zerstörte Wien zurückkehrt. Kreisler selbst schrieb dazu: "Jeder Mensch muss vor allem versuchen, die Hindernisse, die die Sonne verstellen, für sich und seine Mitmenschen aus dem Weg zu räumen." Fast klingt dieser Satz wie für das Poesie-Album des heutigen Europa erdacht: Europäer, zeigt euch eure Vielfalt, besinnt euch eurer Vergangenheit - dann gesun-det euer Kontinent. Sachsen hat hier einen viel versprechenden Start hingelegt.          Sebastian Feuß